Jasson Jakovides, Hrsg.: Das große „Essen statt vergessen“ – Kochbuch der alten Sorten und Nutztiere. Eine Deutschlandtour zu Entdeckern und Bewahrern. 4. Aufl., Fields GmbH, Berlin, 2020, 300 S., 29,90 Euro zzgl. Versandkosten (Bestellung unter buecher@fields.de), ISBN 978-3-9818057-1-0, www.fields.de

9 Februar 2024 0 Von Christiane Högermann

Bereits vom Layout her ist dieser Genussführer beeindruckend: farblich dezent unterlegte großformatige Hochglanzseiten, optisch sehr schön gestaltet mit vielen ganzseitigen, lesefreundlichen Rezepten für Vorspeisen, Salate, Suppen, Eintöpfe, Gemüse-, Fleisch-, Fischhauptgerichte sowie Desserts. Auf jeweils einer Doppelseite werden zuvor die „Macher“ aus dem Norden, Süden und der Mitte Deutschlands (Gastronomen, (Bio-)Landwirte, Gärtenbauer, Archehofbetreiber, „private Wiederentdecker/innen“) in Text und Foto vorgestellt. Sie haben sich mit ihren regionaltypischen Rezepten den alten Sorten und Rassen verschrieben und ein gemeinsames Anliegen: Erhalt der biologischen Vielfalt, basierend auf weitestgehend in Vergessenheit geratenen Nutzpflanzen- und -tieren, verbunden mit dem Aspekt der Lebensmittelwertschätzung. Unter den Koch- und Backvorschlägen sind echte kulinarische „Gaumenkitzler“, z. B. „Wrucken-Puffer und -kuchen“. Dass „Wrucken“ auch als „Steckrüben“ bezeichnet werden und weitere nicht nur die Historie der pflanzlichen und tierischen Hauptdarsteller betreffende Detailinformationen bekommen die Leser stets nach den Rezepten, sicherlich auch mal ein persönliches „Schon-gewusst-Erlebnis“. Was lässt sich mit „Filderkraut“ Leckeres anfangen?“  „Welche Möglichkeiten bieten „Alblinsen“? oder „Was steckt wohl hinter „Berberitzen-Kalbstartar“?“. Da sind nur einige Beispiele zum Nachkochen und gleichzeitig ein Aufruf, selbst zum „Macher“ zu werden, vielleicht sogar die eine oder andere alte Sorte selbst zu kultivieren. Auch wenn man nicht (gleich) zum Kochlöffel greifen möchte, ist das Kochbuch ein attraktiver, vor allem vielseitig informativer Lese-Bildband, der den Funken überspringen lassen sollte.

Ein Beleg für die die Güteklasse des Werkes ist die Auszeichnung als Beitrag zur UN-Dekade „Biologische Vielfalt“ 2016.