Sarah Maria Klamm: Sarahs wilde Küche.  – Meine besten Rezepte mit selbst gesammelten Kräutern, Früchten und Wurzeln. oekom Verl., München, 2024, 256 S., 32,00 Euro, ISBN 978-3-98726-068-1, www.owkom.de, www.natürlich-oekom.de

12 Februar 2024 0 Von Christiane Högermann

Sarah Maria Klamm, eine der sympathischen „jungen Wilden“ mit viel Praxiserfahrung in der Küche zeigt uns in mehr als 90 Rezepte für essbare Wildpflanzen, wie wir das ganze Jahr über dieses Naturpotenzial nachhaltig nutzen können. Wer  zunächst die Befürchtung haben könnte, es sei botanisch betrachtet zu kompliziert, solche Pflanzen zu finden oder zu erkennen, wird zu Beginn des Buches gleich auf den richtigen Weg gebracht, im wahrsten Sinne des Wortes. Auf 26 Seiten lernen wir die Pflanzen, deren Teile Sarah verwendet, kennen: Standort, Erkennungsmerkmale, ganz wichtig die möglichen Verwechslungsgefahren, Wissenswertes. Die Rezeptvorschläge sind nach Monaten geordnet, so dass auch der Sammlungszeitraum klar ist. Natürlich gibt es auch Tipps zum richtigen Sammeln sowie der fachgerechten Aufbereitung und Nutzung der würzenden Zutaten. Wer sich vielleicht schon einmal mit der Nutzung von Wildpflanzen beschäftigt hat, wird einzelne Verwendungsmöglichkeiten wiedererkennen, wie Brennnessel-Spinat, Bärlauch-Pesto oder Lindenblütentee. Aber das dürfte die Ausnahme sein. Weißdornkonfitüre, Blüten-Nicecreme, Schoko-Wipfel aus Fichten- und Tannenwipfeln oder Blütennaschereien, Hauptgerichte wie der Kartoffel-Gänsefuß-Auflauf, Suppen und schmackhafte Sirupe neben (alkoholischen) Getränken und noch so manche Überraschung sprechen da eine ganz besondere kulinarische Sprache. Ganzseitige Porträts der Zubereitungen und klare Anweisungen zu ihrer Herstellung unterstreichen den guten Eindruck des Werkes. Einfach mal darauf einlassen und viele geschmackliche Aha-Erlebnisse mit einem in jeder Form positiven „Suchtpotenzial“ haben.