15 Gedanken zu „Beiträge

  1. Hiekmann, Stefanie: Frisch geerntet – Heimisches Gemüse raffiniert aufgetischt. Dorling Kindersley Verlag, München und „Die Gemüsegärtner“, Bramsche-Kalkriese, 2020, 159 S.,19,95 Euro, ISBN 978-3-30006-6906-4

    Frisch geerntete, nachhaltig gezogene Gemüse als Grundlage dieser zeitgemäßen „Menüfolge“ als innovatives Kooperationsprojekt zwischen den „Gemüsegärtnern“ aus Bramsche-Kalkriese und der versierten Journalistin, Kochbuchautorin, Gastronomiekritikerin und Food-Fotografin Stefanie Hiekmann als „Küchenchefin“. Dabei sind neben wissenswerten Informationen rund um die verwendeten Frischgemüse, nahezu alle kultiviert in der Region Osnabrück, pro Gemüse 1-2 Zubereitungsvorschläge entstanden. Bevor es an die Rezepte geht, stellt zunächst das „Gemüsegärtner“-Team sich, seinen nicht alltäglichen Werdegang sowie sein nachhaltig ausgerichtetes Wirtschaftskonzept vor. Im „Prolog“ des zeitgemäßen Kochbuches kommt klar heraus, dass mit diesem Buch auch etwas gegen Lebensmittelverschwendung getan werden soll. Der Rezeptteil ist nach den jeweils als Hauptkomponente verwendeten Gemüsesorten gegliedert, nach dem Prinzip „M“ für „Möhren“ und „K“ für „Kartoffeln“, jeweils eingeführt durch ein Kurzportrait dazu. Dann folgen die in Teamarbeit entwickelten Gerichte, allesamt mit Individualcharakter, daher auch besonders reizvoll, was das Ausprobieren anbetrifft. Als „Epilog“ gestalten sich die Schlussseiten mit Bezugsquellen und der Entstehungsgeschichte des Buches. Wer Mut hat, aus der Alltagsküche ein wenig auszubrechen und mal etwas Neues mit Gemüse auszuprobieren, dem kann ich dieses Buch empfehlen (Bezugsquelle: https://die gemuesegaertner.de/gemuesegaertner-kochbuch-frisch-geerntet/).

  2. Jourdane, Jim (Illustrator), Kirsch, Anne-Mirjam (Übersetzerin): Forscherpech: Wissenschaft in freier Wildbahn. Verlag Ludwig, Kiel, 2018, 76 S., 17,00 Euro, ISBN 978-3-86935-352-4

    Seriöse Naturwissenschaften als Kuriositätenkabinett? Geht so etwas überhaupt, möchte einem „wissenschaftsgläubigen“ Zeitgenossen sicherlich als erstes durch den Kopf schießen. Es geht, wie die zum Teil unglaublichen Missgeschicke und häufig nicht ganz ungefährlichen mitmenschlichen Begegnungen von 25 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Archäologie, Vulkanologie und Biologie mit ihren doch zuweilen recht „speziellen“ Teildisziplinen vorführen. Sowohl die inhaltliche als auch Layoutgestaltung ist genauso ungewöhnlich wie das Thema selbst: handschriftähnliche Schrifttypen und angenehm eigenwillige Comics bzw. karikierenden Zeichnungen. Jim Jourdan zeichnet quasi aus dem Leben der Protagonistinnen und Protagonisten, so dass die Leser mit etwas Fantasie und natürlich einer gehörigen Portion Humor das Befinden im Moment der betreffenden Forschungssituation erahnen können. Dabei kommt natürlich auch die echte Wissenschaft nicht zu kurz, nur eben in sehr populärwissenschaftlicher Form mit einem hier im inhaltlichen Sinne des Buches verzeihlichem vermenschlichendem Hintergrund. Es macht Spaß in diesem Buch zu blättern und sich dabei die launigen Erlebnisse zu Gemüte zu führen. In vielen Episoden glaubt man „Das kann doch wohl nicht wirklich passiert sein…“ Doch es ist, so wie zum Beispiel das selbst am Krokodil kleben bleiben bei dem Versuch auf seinem Panzer einen Sender anzubringen. Dagegen klingt die Begegnung mit Drogenschmugglern oder die mit dienstbeflissenen Ordnungskräften schon fast banal. Doch ich will nicht zu viel verraten. Jede Einstiegsseite zu einem der Abenteuer bietet eine Kurzdarstellung als Appetizer. Aber der Wissenschaftscomic lebt nicht vom textlichen Forscherpech allein. Erst die kreativen, oftmals wie ein Filmausschnitt daherkommenden Zeichnungen machen das Buch zu dem was es ist: zwar Forscherpech, aber Leserglück.

  3. Fuchs-Gamböck, Michael: Beste Reste – 40 Promis kochen mit den Resten aus ihrem Kühlschrank. 3H-Verlag, Augsburg, 2020, 191 S., 29,50, ISBN 978-3-9819878

    „Beste Reste, ein innovativer Beitrag gegen Lebensmittelverluste, ist ein Buchprojekt, das vom 3H-Verlag mit Unterstützung von „Slow Food“ sowie weiteren Partnern umgesetzt wurde. Zu ihnen gehören nicht zuletzt die 40 medienpräsenten “Promis“, die für diese Rezeptsammlung Kühlschrank und Kochtopf geöffnet haben. Das nachhaltig ausgerichtete Restekochbuch sollte somit auch einen gewissen „Nachzieheffekt“ haben, denn der eine oder andere „Promi“, darunter das Ehepaar Siegel, Heinz Rudolf Kunze, Michaela May, Sarah Wiener, Konstantin Wecker, Carsten Ramelow und Hansi Kraus nutzen hier ihren „Promistatus“ für ein sinnvolles Anliegen, völlig unkompliziert und praxisnah, frei nach dem Motto: „So wenig wie möglich an Lebensmittelresten wegwerfen (müssen), und soviel wie möglich kreativ und schmackhaft wiederverwerten“. So gestalten sich auch ihre Rezeptvorschläge. Diese sind leicht nachzumachen und können aus den in fast jedem Haushallt anfallenden Lebensmittelresten zubereitet werden: Resterltarte, Brezensuppe, Pizzavariationen oder eine Knödelpfanne mit Wirsing. Allein schon das Durchblättern des mit großformatigen Fotos und in einem munteren Layout in Wort und Bild gestaltete Buch, im dem selbstverständlich auch die Promis selbst „aus dem Nähkästchen, besser aus dem Kochtopf plaudern, lässt uns das Wasser im Munde zusammenlaufen mit einem guten Bauchgefühl im doppelten Sinne: Zum einen, weil’s gut schmeckt und zum anderen, weil damit ein individueller Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung geleistet wird, so auch durch die Nutzung der als „Dessert“ vorgestellten Apps zur Lebensmittelrettung.

  4. Rubach, Malte: Die Ökobilanz auf dem Teller – Wie wir mit unserem Essen das Klima schützen können. Hirzel Verl., Stuttgart, 2020, 240 S., 18,00 Euro, ISBN 978-3-7776-2876-9
    Die Bereitschaft zur Leistung (m)eines Beitrags zum globalen Klimaschutz fängt im Kleinen an. Hier bewahrheitet sich das Sprichwort „Kleinvieh macht auch Mist“, denn Klimaschutz fängt buchstäblich auf dem Teller an – als Symbol stellvertretend für viele Alltagssituationen, die beispielsweise zur Reduzierung von Wasserverbrauch oder CO2-Emissionen geeignet sind. Das Buch beginnt mit zwei ausführlichen Kapiteln als eine Art Bestandsaufnahme zum Leben gestern und heute, jeweils mit Blick auf die Wechselwirkungen zwischen Klimafaktoren, Lebensmittelangebot und -konsum, modernen und auch oftmals geradezu militant vertretenden Ernährungstrends sowie Lebensmittelverschwendung. Der Autor schlägt sich nicht pauschal auf eine Seite, sondern überlässt uns die Entscheidung zwischen „Kalkulation und Gefühl“, wie er es nennt: „Schließlich schaffen wir mit unseren Entscheidungen erst die Nachfrage für bestimmte Produkte.“ (beide Zitate, S. 151). Statistische Angaben, etwa zum Wasserverzicht beim Duschen oder Baden, um den Wasserverbrauch zur Bereitstellung von 1 Gramm Eiweiß aus verschiedenen proteinhaltigen Lebensmitteln (Soja, Linsen Fleisch) aufzufangen, wirken ernüchternd. Im dritten Teil geht es um Zukunftsperspektiven, so die (kritische) Betrachtung von Fleisch- und Milchalternativen. Wer nun von diesem Buch vielleicht zunächst erwartet hatte, einen Spiegel vorgehalten zu bekommen, was er alles falsch mache im Hinblick auf Klimabelastung, der merkt recht bald, dass dem nicht so ist. Der Autor wägt jeweils ohne „Schwarz-Weiß-Malerei“ das Für und Wider von Alltagsverhaltensweisen, Ernährungsweisen und -trends etc. ab und gibt dort Tipps, wo sie umsetzbar sind. Das mit viel aktuellem Datenmaterial angereicherte Buch ist anspruchsvoll geschrieben und sicherlich keine leichte Sofalektüre. Es zeigt in der Quintessenz, wie über die Bewusstmachung alltäglicher Konsumgewohnheiten kleine „Umweltsünden“, die in ihrer Gesamtheit den ökologischen Fußabdruck in den Negativ- bzw. Gefahrenbereich geraten lassen, zumindest reduziert, werden können.

  5. Johnson, Bea: Zero Waste Home – Glücklich leben ohne Müll. Ludwig Verl., Kiel, 2016, 360 S. 43 S/W-Abb., 19,90 Euro, ISBN 978-3-86935-292-3

    „Null Abfall“ für zuhause. Wie das geht beschreibt die zu diesem Thema erfahrene Praktikerin und Autorin B. Johnson für nahezu alle Bereiche des täglichen Privat-, Berufs-, Schul- und „Feiertagslebens“ sowie für Urlaubs- und Reiseaktivitäten. Man kann sowohl sogleich mit einer empfehlenswerten Neugier gezielt auf die jeweiligen Müllvermeidungstipps zugreifen, sollte jedoch erst einmal das Einleitungskapitel dieses informativen Buches lesen, um so eine kompetente Einführung in die Problematik des steigenden Müllaufkommens zusammen mit einer Übersicht über die persönlichen Möglichkeiten dagegen zu erhalten. Das angenehm individuell gefärbte Vorwort dient dabei geradezu als „Appetizer“, denn darin findet der eine oder andere vermutlich viele Identifikationsmöglichkeiten. Das gesamte Buch hat etwas von einem sukzessive zu erarbeitenden Selbstlernprogramm mit dem Lernziel, die Leserschaft „anzuleiten“, wie gezielt im eigenen Umfeld Müllreduzierung funktionieren kann. Also einfach mal unter einem Stichwort, das im Alltag regelmäßig von Bedeutung ist, wie z. B. „Lebensmittel“ (erfreulich die vielen Tipps gegen Lebensmittelverschwendung!) oder „Waschmittel““ nachlesen und dann gleich Gebrauchsanweisungen bis hin zu rezeptartigen Handreichungen (z. B. wie man selbst müllfrei Scheuerpulver herstellen kann) erhalten, leicht umsetzbar, umweltfreundlich und zumeist auch preiswerter als das entsprechende Fertigprodukt. Mein Fazit: Dieses Handbuch zur Müllvermeidung hat seinen Platz neben dem Lieblingskochbuch verdient.

  6. Gratzel, Dirk: Projekt Green Zero – Können wir klimaneutral leben? Mein konsequenter Weg zu einer ausgeglichenen Klimabilanz. Penguin Randomhouse Verlagsgruppe, München, 2020, 256 S., ISBN 978-3-453-28129-5, 15,00 Euro

    Das ist wirklich schon ein großes, mutiges Ziel, dem sich der Verfasser hier verschrieben hat. Es erfordert eine Menge Selbstdisziplin, Anfeindungen, auch mal andere nerven mit klugen Ratschlägen und dem „erhobenen Zeigefinger“. Doch Glatzel nimmt das alles in Kauf , um seinen persönlichen Beitrag zu einer klimaneutraleren Lebensweise durchzukämpfen, in Form einer „Politik der kleine Schritte“, die zum Mitziehen anregen, aber sicher auch von dem einen oder anderen kritisch gesehen werden. Das ganz im Sinne eines nachhaltig denkenden und auch handelnden Humoristen geschriebene Vorwort stammt von Eckart von Hirschhausen und macht gespannt auf den folgenden in manchen Bereich nahezu abenteuerlich anmutenden Erlebnisbericht mit ebenfalls humoristischen und auch (selbst)ironischen Anklängen. Eines kommt klar heraus: man muss sich eines Problems bewusst werden, es auch auf sich beziehen, Änderungsmöglichkeiten erkennen und diese – auch manchmal gegen den inneren Schweinehund – durchsetzen und das schlussendlich in vorgelebter Form kommunizieren. Das Buch macht dazu reichlich gute, praktikable Vorschläge, die weit mehr sind als nur der berühmte „Tropfen auf den heißen Stein.“ mit der offenkundigen Botschaft: „Fange bei dir an, dann kannst auch du im Alltag etwas zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz beitragen.“

  7. Rüther, Manuela: Micro Greens – Micro Leaves – Grüne Power aus dem Küchengarten – Anbau, Sorten, Rezepte. AT Verl., Aarau, München. 2017, 150 S., 150 Farbfotos, 24,00 Euro, ISBN 978-3-03800,948-1

    Manuela Rüther stellt in diesem „schmackhaft“ gestalteten Rezeptbuch eine Vielzahl erprobter Rezepte mit ganz besonderen Pflanzenprodukten vor. Damit kommt ein Trend aus den USA auch zu uns herüber, der Potenzial hat: Micro Leaves, die jungen, zarten „Erstlingsblätter“ (auch als Grünkraut oder Microgrün bezeichnet) gängiger und auch weniger bekannter Gemüse-, Getreide sowie (Gewürz-)Kräutersorten von Alfalfa, Amarant über Brokkoli, Erbsen und Fenchel, Grünkohl bis hin zu Kohlrabi, Kresse, Leindotter, Sauerampfer, Weizen und Wirsing, um nur einige Beispiele zur Bandbereite an Pflanzen zu nennen, deren „Micro Leaves“ zu einer Form von „Superfood“ werden können. Wie man selbst diese jungen Blättchen ziehen kann, welche fachlichen und ausstattungsmäßigen Vorgaben notwendig sind, auch wo Fehlerquellen liegen, zudem was sie dem Körper Gutes tun können, wird vor dem eigentlichen Rezeptteil anschaulich beschrieben. Dann kann’s losgehen. Ob als Brotbelag, im Eintopf, als Gemüsebeilage, in einem Pesto, die Verwendungsmöglichkeiten von Grünkraut sind vielfältig. Ob in vegetarischen oder fleisch- bzw. fischhaltigen Zubereitungen, sie sind eine feine Ergänzung der herkömmlichen Küche, zumal sie sich nachhaltig selbst ziehen lassen. Das macht dazu noch Spaß zu sehen, wie sich die Pflänzchen entwickeln. Sowohl Aufzucht als auch das Ausprobieren des einen oder anderen Rezeptvorschlags sind die Erprobung wert und macht Appetit auf mehr.

  8. In eigener Sache…

    Schelle, Petra: Das unschlagbare Trio und das Geheimnis von Schloss Arcanum. 2. Aufl., STA-Verl, Gessertshausen, 2020, ISBN 978-3-936776-43-0

    Was hat die Kurzvorstellung eines Jugendbuches mit „Lebensmittelwertschätzung“ zu tun? Ich sehe hier eine ganz logische Verknüpfung. Kinder und Jugendliche besitzen eine „gesunde Portion“ Neugier, sind kreativ, haben Fantasie und sind begeisterungsfähig. In diesem Buch geht es genau um diese Eigenschaften, die sogar auf eine Belohnung warten: Schloss Arcanum, ein Internat für Kinder mit eben diesen und anderen außergewöhnlichen Fähigkeiten, ein zudem sehr geheimnisumwitterter Ort, ist plötzlich verschwunden. In einem Spiel „gegen die Zeit“ begeben sich Chiara, Joel und Alex auf eine Zeitreise, um das Schloss zu retten. Mehr wird nicht verraten. Nun der Clou: bis zum 31. Dezember 2020 können die Leserinnen und Leser selbst Vorschläge zum Ausgang des Abenteuers einsenden (STA-Verlag, Grasweg 2a, 86459 Gessertshausen oder schloss_arcanum@sta-verlag.de) und so im Idealfall als Co-Autoren am Band II der Geschichte mitmachen. Natürlich gibt es viele tolle Preise zu gewinnen. Details unter http://www.sta-verlag.de

  9. Hunt, Tom: Essen für die Zukunft –
    Mit über 80 Rezepten: pflanzlich, abfallfrei, klimaschonend. DuMont Buchverl., Köln, 2020, 36,00 Euro, ISBN 978-3-8321-9981-4

    Tom Hunt ist zusammen mit seinem Netzwerk an Experten ein Vorreiter, wenn es um schmackhafte Ernährungstrends auf nachhaltigem, und Fairtrade basierendem Wege geht. Alle zum Teil für „unseren Gaumen“ auch mal ungewöhnlichen Vollwertrezepte mit z. B. Hanfmilch, Orzotto-Gerste oder einem Dukkah-Dip aus Ägypten wurden auf den Prämissen des “Root-to-Fruit-Prinzips: Von der Wurzel bis zur Frucht“ entwickelt, zudem saisonal, mit Herkunftsnachweis, minimaler Lebensmittelverschwendung, pflanzlich, Wild- und Regionalzutaten. Neben den Fotos, bietet Hunt ca. 50 einführende Seiten rund um nachhaltig orientierte Küche mit vielen anschaulichen Grafiken und reichlich Motivationsfaktoren zum Mitmachen, vielleicht sogar zum Umdenken. Es sind nicht nur die Rezepte, die dieses Buch so nutzenswert machen, sondern das hier propagierte und praktizierte Gesamtkonzept aus individuell machbaren Beiträgen, die letztendlich in toto zur Verbessrung des angespannten Zustandes der Erde beitragen. Viel Wissenswertes zu Lebensmitteln schlechthin, z. B. Sauerteigherstellung in Eigenregie oder Fermentation runden die oftmals angenehm „speziellen“ Rezeptideen ab. Einfach mal einlassen auf diese Art der nicht nur für den menschlichen Körper ganzheitlichen Ernährungs- bzw. Handlungsweise. Es ist spannend und motivierend zugleich.

  10. Partner-Schulen für Slow-Food-Bildungsprojekt Edible Connections gesucht PRESSEINFORMATION – Berlin, 29. Juli 2020 Im Rahmen des Projekts Edible

    Connections begegnen Schüler*innen aus Deutschland virtuell Lernenden aus dem globalen Süden, um sich über ihre Ernährungsgewohnheiten und -traditionen auszutauschen. Ziel ist es, dass die Jugendlichen Ernährung im globalen Kontext sehen und verstehen lernen, um dann gemeinsam Lösungen für ein zukunftstaugliches Lebensmittelsystem zu entwickeln. Zur Weiterführung des Bildungsprojektes im Schuljahr 2020/21 sucht Slow Food Deutschland Schulklassen der Sekundarstufe 1 und 2 im gesamten Bundesgebiet, die daran mitarbeiten möchten.Die Teilnehmenden lernen, die internationalen Verflechtungen von Erzeugung, Handel und Konsum unserer Lebensmittel besser zu verstehen und mit biokultureller Vielfalt respektvoll umzugehen. Hierfür treten Schüler*innen aus Deutschland in einen mehrmonatigen Dialog mit Schulklassen oder Lebensmittelerzeuger*innen aus dem globalen Süden. Um dies in Echtzeit und unmittelbar tun zu können, nutzen sie Videokonferenzen und soziale Medien. Ausgetauscht werden u.a. Fotos und Videos von Exkursionen und Rezepten. In insgesamt drei Terminen reflektieren die Teilnehmenden die Zusammenhänge des globalen Handels, erkunden ihre lokale Einkaufsrealität, lernen die kulinarischen Traditionen ihres Partnerlandes kennen und erarbeiten gemeinsam Lösungen, unser Lebensmittelsystem nachhaltiger zu gestalten. Gesucht werden aktuell Schulklassen der Sekundarstufe 1 oder 2, die an dieser virtuellen ‚Reise‘ teilnehmen möchten. Gefördert wird das Projekt von Engagement Global und Brot für die Welt, so dass den teilnehmenden Schulen keine Kosten entstehen. Das Projekt inklusive der Live-Calls kann digital durchgeführt werden, sollte der Präsenzunterricht durch Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie eingeschränkt sein. Interessierte Lehrer*innen oder Schulen wenden sich bitte an s.diettrich@slowfood.de. Dort erhalten Sie auch weiterführende Informationen zu Edible Connections.

  11. Das Projekt blustories gibt es seit Mitte 2020. Es ist eine Community für Nachhaltigkeit, auf der jeder Stories veröffentlichen kann. Das große Ziel dahinter: Leute für nachhaltiges leben begeistern. Am besten so, dass es Freude macht.

    Warum auf diesem Weg?
    Wir wissen alle, wie wichtig Nachhaltigkeit ist, handeln aber oft nicht danach. Wir haben uns gefragt, ob es nicht ein Weg sein könnte, wenn Leute aus dem persönlichen Umfeld eine Story darüber erzählen, was sie konkret gegen die Klimakrise tun. Weil persönliche Stories aus dem eigenen Umfeld viel überzeugender sein können, als reine Fakten.

    Was ist das Besondere?
    Der technische Kern von http://www.blustories.de. Wir haben ein Schreibtool entwickelt, mit dem jeder leicht und ohne Design-Vorkenntnisse Stories erstellen kann, die auf jedem Gerät professionell aussehen und schnell erstellt sind. Unser Leitsatz bei der Entwicklung ist: „Die Technik soll der Kreativität nicht im Weg stehen.“

    Unser Ziel:
    Wir möchten eine große Community für Nachhaltigkeit aufbauen, auf der echter Austausch stattfindet. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Nachhaltigkeit und Umweltschutz ist größer geworden. Dennoch ist unklar, auf welche Art wir unser Leben verändern, welchen Weg wir in unserer Gesellschaft genau einschlagen. Darüber müssen wir streiten, Ideen austauschen und inspirieren.

    Wir freuen uns sehr darüber zu sehen, welche tollen Stories bereits geschrieben wurden: https://blustories.com/inspire
    Mehr Informationen gibt es hier: https://blustories.com

  12. Zwei Buchtipps zur Lebensmittelwertschätzung und -rettung!

    Smarticular.net, Hrsg.:

    Geht raus! Deine Stadt ist essbar. ISBN 978-3-946658-06-1, 15,40 Euro

    In Zusammenarbeit mit mundraub.org entstand dieses nachhaltig – sowohl bzgl. effektiver Obst- und Gemüsenutzung als auch bzgl. des Geldbeutels – orientierte Rezept-Handbuch, in dem 36 Pflanzen vorgestellt werden, die ihr Rezeptpotenzial buchstäblich „vor der Haustür“ bereithalten: Neben den klassischen Ziergewächsen in Parkanlagen und Co. gibt es häufig Sträucher, Bäume, deren Früchte im Haushalt nutzbar sind, ebenso Gewürz- und „Teepflanzen“. Dass Parks und Grünflächen wieder von Bürgern als Nahrungsquelle genutzt werden dürfen, zeigen schon Beispiel in anderen Städten, ein nachahmenswertes Konzept, für das sich „Mundraub“ einsetzt. Das Buch ermöglicht eine Entdeckungssafari zu geeigneten Pflanzen, die mithilfe des Buches in jeweils „ortstypischer Form“ gut nachvollzogen werden kann, incl. der rechtlichen Vorgaben, Sammeltipps, einem Erntekalender und natürlich den schmackhaften Rezepten zu den in städtischen Biotopen vorzufindenden Nahrungspflanzen. Zudem bietet die Internetplattform http://www.mundraub.org stets aktuelle Informationen zu den Möglichkeiten des „legalen Mundraubs“.

    Wirf mich nicht weg – Das Lebensmittelsparbuch. ISBN 978-3-946658-43-6, 17,40 Euro

    Hier ist der persönliche Einsatz gegen Lebensmittelverschwendung geradezu in aller Munde: über 333 Rezepte vor dem Hintergrund der nachhaltigen Ressourcennutzung machen Appetit auf mehr. Vielleicht sollte man das Buch erst einmal „diagonal lesen“, um überhaupt ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, WAS alles im täglichen Haushalt traditionell bzw. gewohnheitsmäßig aus dem Lebensmittel-Reste-Bereich entsorgt wird. Zum Teil verblüffende Rezeptvorschläge, wie vieles, angefangen bei „Altem Brot, Gemüse, Obst“ etc. und endend bei Zitrusschalen, noch lebensmittelwertschätzend recycelt werden kann machen das Lebensmittelsparbuch zu einem „Must-have“ im Haushalt. Zudem gibt es hilfreiche Tipps gegen Lebensmittelverluste im Vorfeld, zur richtigen Lagerung sowie Entscheidungshilfen, ob nun wirklich etwas weg muss oder noch genutzt werden kann.

    Einfach mal bei http://www.mundraub.org reinschauen!

  13. Kreihe, S. (Text), Andersone, Amalija (Fotos): Die ganze Pflanze – 60 Zero-Waste- Rezepte mit Blatt, Schale, Strunk & Stiel – Regional. Saisonal. Nachhaltig. München, Christian Verlag, 2020, ISBN 978-3-95961-411-5, 24,99 Euro

    Auch “so“ kann man Verbraucherinnen und Verbraucher für die zunehmende Lebensmittelverschwendung sensibilisieren und zum Mitmachen dagegen aufrufen, noch dazu mit Genussfaktor. Dieses etwas andere Rezeptbuch bietet ein Füllhorn von Anregungen, wie an sich für den Müll bestimmte Pflanzenteile „recycelt“ werden können. Auch Fakten zur (reduzierbaren) Umweltbelastung durch Lebensmittelproduktion, -transport u. ä. bieten Autorin und Fotografin der experimentierfreudigen Leserschaft. Von Chips über Brotaufstriche, viele Hauptgerichte, süße und alkoholische Getränke u. v. m. gibt es leicht nachmachbare Rezepte zu heimischen bzw. regional erhältlichen Obst- und Gemüsesorten. Sogar Kirschkerne und -stiele finden Verwendung in diesem auf Umweltpapierbasis hergestellten Buch. Übrigens: Wer gerne lieber eine Mahlzeit mit Fleisch haben möchte, kann in etlichen Gerichten seine eigene Kreativität walten lassen und das Gericht entsprechend aufpeppen.
    Christiane Högermann, Lebensmittelwertschätzerin

  14. Corona hat mich nochmal näher an’s Brot gebracht. Ich mein, ich hab vorher schon versucht, besonders wertschätzend mit Brot umzugehen und war regelmäßig Brotretten. Aber seit ich mitunter ganze 2 Tage aufwende, um ein Sauerteigbrot zu backen, ist das nochmal eine ganz andere Nummer. Brot ist für mich ein einfaches, doch zugleich ungemein komplexes Lebensmittel. Die hiesige Deutsche Brotkultur ist nicht umsonst immaterielles Kulturerbe der UNESCO!
    .
    Und je mehr ich über dieses besondere Lebensmittel erfahre, desto bedauerlicher finde ich, dass in Deutschland pro Jahr 1,7 Mio. Tonnen Backwaren in der Tonne landen. Fast jedes 5. Brot wird verschwendet! Zum Glück gibt es mittlerweile diverse Organisationen, die dem Problem mit innovativen Lösungen begegnen. Wenn Ihr noch mehr zum Thema Food Waste wissen möchtet, dann schaut doch einfach mal unter https://www.danielanthes.com/tag/food-waste/

    Dan Anthes, „Knärzje“ und „Shout out loud“

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